Wein aus dem eigenen Garten – mein Weinjahr 2026

Drei Weine, drei Früchte und drei völlig unterschiedliche Stadien.

So sieht meine Weinherstellung im Gartenjahr 2026 aus:
Während mein Kirschwein bereits seine Gärung hinter sich hat und seiner Abfüllung entgegengeht, arbeitet der Brombeerwein gerade kräftig im Gärgefäß.
Und der dritte Wein?
Der hängt zum Teil noch ganz gemütlich am Baum: Aus Quitten, Äpfeln und Birnen soll der letzte Fruchtwein meines Gartenjahres entstehen.
Gerade das macht die Sache für mich spannend.
Weinherstellung bedeutet eben nicht nur, Früchte in einen Behälter zu werfen und ein paar Wochen zu warten.
Je nach Frucht unterscheidet sich die Verarbeitung deutlich.

Deshalb möchte ich meine drei Weine vorstellen – von der Frucht bis zur Flasche.

🍒 der Kirschwein

der Erste im Weinjahr 2026. Beim Kirschwein steht natürlich die Kirsche selbst im Mittelpunkt. Reife Früchte bringen bereits viel Saft, Aroma, Säure und Zucker mit. Nach dem Vorbereiten der Kirschen beginnt die eigentliche Weinbereitung.
Die Früchte werden verarbeitet, die Maische angesetzt und mit Weinhefe vergoren. Während der Gärung verwandelt die Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlendioxid. Nach der stürmischen Phase wird der junge Wein von den festen Bestandteilen beziehungsweise später vom Bodensatz getrennt und bekommt anschließend vor allem eines: Zeit.
Und die braucht er.
Mein Kirschwein zeigt inzwischen sehr schön, warum man einen jungen Fruchtwein nicht vorschnell beurteilen sollte. Anfang September war er bereits wunderbar fruchtig und trocken bis halbtrocken, hatte geschmacklich aber noch eine gewisse Kantigkeit. Nun darf er sich weiter entwickeln und runder werden, bevor er endgültig in die Flaschen kommt.
Schwerpunkt beim Kirschwein: Fruchtaroma erhalten, sauber vergären und anschließend genügend Zeit zur Reifung geben.

🫐 der Brombeerwein

Farbe, Maische und jede Menge Kerne. Ganz anders sieht es bei meinem zweiten Wein aus.
Die Brombeeren wurden über Wochen immer wieder vollreif geerntet und gesammelt. Schon die Früchte zeigen, wohin die Reise geht: tiefdunkel, aromatisch und mit einer unglaublichen Farbe.
Nach dem Auftauen beziehungsweise Vorbereiten kamen die Brombeeren in meinen Tischkutter. Dabei werden die Früchte zu einer kräftigen Maische verarbeitet. Und spätestens beim Öffnen des Kutters sieht man, was Brombeeren können:
Aus den schwarzen Früchten entsteht eine tiefrote bis violette Masse.
Hier habe ich mich bewusst für eine Maischegärung entschieden. Die Weinhefe arbeitet also zunächst direkt zusammen mit Fruchtfleisch, Schalen und Kernen. Dadurch sollen Farbe und Fruchtaromen intensiv in den späteren Wein gelangen.
Allerdings sollen die vielen Brombeerkerne nicht unnötig lange im Wein bleiben. Deshalb kommt nach einigen Tagen meine Spindelpresse zum Einsatz. Die vergorene Maische wird abgepresst, der Trester bleibt zurück und der junge Brombeerwein kommt anschließend in den Weinballon.
Dort kann die Gärung ohne die festen Fruchtbestandteile weitergehen.
Schwerpunkt beim Brombeerwein: kurze intensive Maischegärung, kräftige Farb- und Aromaausbeute und anschließend rechtzeitiges Abpressen der kernreichen Maische.

🍏🍐 Quitten-Apfel-Birnen-Cuvée 2026

Hinweis, über die Herstellung von diesem Wein erstelle ich einen Blog!

dann zeige ich die Schritte von der Ernte bis zum fertigen Wein. Ihr dürft gespannt sein.

Mein Gartenwein zum Abschluss. Der dritte Wein wird noch einmal eine ganz andere Geschichte.
Denn während der Kirschwein schon fast fertig ist und der Brombeerwein bereits gärt, hängen Quitten, Äpfel und Birnen teilweise noch an meinen Bäumen.
Hier soll nicht eine einzelne Frucht dominieren. Die drei Obstsorten sollen sich ergänzen:
Quitte bringt ihr ausgeprägtes Aroma und Struktur, Apfel Frische und Säure und die saftigen, süßen Birnen bringen Frucht und etwas weicheren Charakter.
Bei diesem Wein wird deshalb die Zusammenstellung der Früchte besonders interessant.
Quitten sind außerdem wesentlich härter und trockener als Brombeeren. Äpfel und Birnen verhalten sich wiederum anders. Die Früchte werden zunächst gewaschen und kontrolliert, Kerngehäuse und schlechte Stellen entfernt und anschließend mit meinem Kutter zerkleinert.
Aus den drei Obstsorten entsteht dann eine gemeinsame Maische. Diese soll nur kurz stehen beziehungsweise angären und anschließend abgepresst werden. Danach geht es mit dem gewonnenen Saft weiter in die eigentliche Gärung in den Weinballon.
Schwerpunkt beim Quitten-Apfel-Birnenwein: die richtige Mischung der drei Früchte, möglichst wenig zusätzliches Wasser, kurze Maischephase und ein ausgewogenes Verhältnis von Frucht, Säure und späterem Alkohol.

Damit bekommt mein Weinjahr 2026 am Ende drei ganz unterschiedliche Kapitel:

Kirschwein → Brombeerwein → Quitten-Apfel-Birnenwein.

Drei verschiedene Ausgangsprodukte, drei unterschiedliche Charaktere – aber eine Gemeinsamkeit: Ein großer Teil dessen, was später im Glas landet, ist vorher bei mir im Garten gewachsen.
Und genau das ist für mich das Spannende an der eigenen Weinherstellung.
Zwischen der ersten Ernte und dem fertigen Glas liegen einige Monate Arbeit, Geduld und gelegentlich auch die Frage: Was macht das Zeug denn jetzt schon wieder? 😄
Aber irgendwann steht die Flasche auf dem Tisch.
Und dann heißt es:

Gartenjahr 2026 – diesmal nicht nur zum Essen, sondern auch zum Anstoßen. 🍷

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